Informationen für Aussteller!
Liebe Aussteller oder diejenigen, die es werden wollen!
Die zweijährige Corona-Zwangspause nutzten ein paar alte Hasen, um sich zurückzuziehen. Früher, also vor Corona, dauerte es einige Minuten, um die Lücke mit einem jungen Hüpfer zu füllen. Jedoch, irgendwie sind immer weniger junge Hüpfer unterwegs, die die Lücken füllen möchten. Nein, es stimmt so nicht ganz. Es gibt jede Menge Bewerbungen zur Teilnahme. Jedoch bringen fast alle Bewerber ihr Kunsthandwerk irgendwie in Verbindung mit Schmuck.
Jetzt bitte, bitte nicht falsch verstehen, wir haben nichts gegen Schmuck in all seinen Varianten, seiner Vielseitigkeit und seiner Schönheit.
Nur ist es so, dass wir schon viele Jahre ausreichend Stände aus vielen Bereichen Schmuck haben und wir der Ansicht sind, dass es niemandem hilft, wenn es noch mehr werden.
Vermutlich wird es auch so sein, dass die Lücken sich nächstes Jahr, also 2027, sowieso wieder schließen werden. Denn dann, ist unser Marktwochenende wieder das letzte Juliwochenende und fällt somit nicht mehr mit den Märkten am ersten Augustwochenende zusammen. Dann müssen sich manche Aussteller nicht mehr zwischen den Märkten entscheiden, sondern können diese hintereinander buchen.
Also diejenigen mit entsprechendem Kunsthandwerk, die unseren Markt dieses Jahr ausprobieren möchten, bekommen dann nächstes Jahr, sofern sie wieder wollen, trotzdem einen Stellplatz.
Und hier noch etwas, was ich immer mal wieder erklären muss.
Wieso hängen vom Töpfermarkt Oberrot so wenig Plakate?
Die Antwort ist jedoch ziemlich einfach! Weil es kaum noch allgemeine Möglichkeiten gibt, welche aufzuhängen. Wir haben uns dann die letzten Jahre darauf konzentriert, die Plakate, die jedoch meistens nicht mehr größer als ein DIN-A4-Blatt sein sollen, in Geschäften aufzuhängen. Nur! Einzelhandelsgeschäfte werden ja auch immer weniger.
Die größte Herausforderung der Werbung für den Töpfermarkt Oberrot ist jedoch die besondere Lage von Oberrot, gemeint ist die „kartografische Lage“.
Hier mal eine, nur kleine, absolut nicht vollständige Aufzählung von Gemeinden und Städten, die im Umkreis von 8 – ca. 30 Kilometern um den Töpfermarkt Oberrot liegen.
Fichtenberg, Gaildorf, Sulzbach-Laufen, Gschwend, Spraitbach, Welzheim, Alfdorf, Rudersberg, Weissach im Tal, Backnang, Asbach, Sulzbach an der Murr, Oberstenfeld, Schwäbisch Hall, Murrhardt, Wüstenrot, Mainhardt, Löwenstein, Waldenburg, Neuenstein, Öhringen …
Vermutlich wird mir jede Person zustimmen, dass, wenn ein Ort, eine Gemeinde oder eine Stadt, noch nicht einmal 20 Kilometer weg ist, wir dort, für den Töpfermarkt Oberrot Werbung machen sollten. Ich stimme dem zu und wir tun dies auch. Parallel zu den Printmedien nutzen wir dann noch zunehmend die modernen Social-Media-Plattformen, um den Töpfermarkt Oberrot auch bei der jüngeren Zielgruppe interessant zu halten. Diese jungen Leute, Familien, haben seltener eine Zeitung abonniert, nutzen andere Medien. Jedoch brauchen diese für ihren jungen Haushalt, noch vieles, was sie auf unserem Markt in bester Qualität und Handarbeit, überwiegend Unikate aus meist kleineren Werkstätten, finden können.
Nur! Was vermutlich nur wenige wissen: Die Städte, und Gemeinden in der Aufzählung oben betreffen „sechs Landkreise“. Wäre der Töpfermarkt in der Mitte von nur einem Landkreis oder eventuell zwischen zwei Landkreisen, würden wir genauso viele Interessierte erreichen, zu einem Bruchteil der Kosten.
Jedoch genau dieser Umstand, dass wir Werbeanzeigen in den großen Kreiszeitungen und Wochenblättern und über die Südwestpresse schalten, um die Umliegenden zu erreichen. Macht den Markt für Aussteller interessant, denn dadurch sind bei gutem „Marktwetter“ auch Ausflügler, Besucher aus Stuttgart, Heilbronn, Künzelsau, Aalen, Ludwigsburg, Crailsheim, Schwäbisch Gmünd, Schorndorf, Marbach usw. dabei.
Ja, es scheint so zu sein, dass wir Marktveranstalter früher oder später etwas Nachwuchsprobleme haben könnten. Weil immer mehr von den älteren Ausstellern auch bei uns schon angekündigt haben, dass sie sich die nächsten Jahre langsam zurückziehen werden. Gleichzeitig brauchen jedoch auch die Aussteller die jungen Haushalte.
Wir, die Marktveranstalter, die Aussteller und die Marktbesucher, sind gemeinsam gefordert, die jüngeren Generationen für das Kunsthandwerk zu begeistern! Kunst, Kunsthandwerk – der Blick auf die alten Berufe darf nicht verloren gehen, denn wenn sie erst mal weg sind, kommen sie nicht wieder.
Roland Stimpfig